Deutsche Meisterschaft in Hallenboccia 

12. Deutschen Meisterschaft im Hallenboccia

ein einmaliger Event der VSG Bretten mit vielen Eindrücken

 

Anläßlich seines fünfzigjährigen Jubiläums, das der VSG am 04.04.2016 feierlich begann, entschieden sich die Verantwortlichen ein sportliches Highlight nach Bretten zu holen. So fand am 26. und 27. August im Sportzentrum Im Grüner die 12. Deutsche Meisterschaft im Hallenboccia des Deutschen Behinderten-Sportverbandes, DBS, statt. Eine große Herausforderung für einen kleinen Verein.


In der mit vielen Blumen geschmückten Aula empfing der VSG seine Gäste. Dass es hier um die Deutsche Meisterschaft ging, wurde durch die schwarz-rot-goldene Dekoration hübsch sichtbar. Weniger sichtbar waren die Mitglieder des Stadt- und Jugendgemeinderates. So konnten lediglich Dr. Günter Gauß, CDU, und Frau Renate Knaus, SPD, sowie 18 Mannschaftsführer aus 10 Bundesländern durch die VSG Vorsitzende, Elisabeth Raupp, begrüßt werden.


OB Martin Wolff, Schirmherr dieser 12. Deutschen Hallenboccia-Meisterschaft wurde von Dr. Günter Gauß vertreten. Den Gästen bereitete die Stadt einen netten Empfang, der sehr beeindruckte. In diesem Rahmen begrüßte Dr. Gauß um 13.00 Uhr die Mannschaftsführer, Schiedsrichter und den Turnierleiter Teddy Östreicher. Dr. Gauß lobte in seiner Begrüßungsrede den VSG Bretten für sein vielfältiges Engagement im Behindertensport und betonte, dass der VSG eine feste Größe in der Vereinswelt der Stadt Bretten darstellt. Den Sportlern wünschte er viel Erfolg. Die Mannschaften konnten sich in das Gästebuch der Stadt Bretten eintragen und erhielten neben Infomaterial über Bretten ein schönes Präsent, das die Erinnerungen an die Melanchthonstadt Bretten wach hält.

 

Nach dem Einmarsch der Mannschaften aus Baden, Bayern, Berlin, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Saarland und Sachsen-Anhalt boten die Nachwuchsgymnastinnen der Rhythmischen Sportgymnastik des TV Bretten unter ihren Trainerinnern Louisa und Eva Hausner ein beeindruckendes Programm. Mit 7 kunstvollen Einzelvorführungen mit und ohne Handgerät begeisterten die jungen Talente im Alter von 7 bis 11 Jahren die Teilnehmer der 12. Deutschen Meisterschaft ernorm.

Nach der Deutschlandhymne begannen dann die Spiele auf den Feldern 1 bis 6. Gespielt wurde in zwei Gruppen. Die VSG Bretten spielte in der Gruppe A und hatte mit Gelsenkirchen, dem viermaligen Deutschen Meister und Regensburg eine starke Gruppe zugeteilt bekommen. Und das erste Spiel gegen den AC Weinheim, dem diesjährigen Länderpokalsieger, machte den Start nicht leichter. Die VSGler schlugen sich aber tapfer mit 16 : 8 für den AC Weinheim.

Das Spiel gegen Wiesbaden ging 10 :10 aus ebenso das Spiel gegen Herne. Viele interessante Spiele wurden geboten, doch leider vor leeren Zuschauerrängen, wozu die 35 Grad Außentemperatur sicher auch beigetragen haben. Die extreme  Hitze in der Sporthalle wurde von Sportlern mit Handicap beim Wettkampf noch stärker empfunden. Doch zum Glück erlitt niemand einen Kreislaufkollaps, und es gab keine Verletzten. Mit mehr Pausen als sonst und reichlich Wasser, das der Verein den Sportlern spendete, wurden diese erschwerten Wettkampfbedingungen gut überstanden.


Wie endet und beginnt für einen Sportler ohne Beine der erste Wettkampftag bei dieser DM?

Als großes Problem bei dieser Meisterschaft erwies sich die rollstuhlgerechte Unterbringung. Bretten hat nur ein Hotel, das ein rollstuhlgerechtes Zimmer besitzt und was tun, wenn mehrere gebraucht werden? Auf die umliegenden Orte ausweichen, und wenn das nicht ausreicht? Augen zu und Sportler sein. Sportler sind ehrgeizig und nehmen viel auf sich, das kennt man, doch was manche Behinderte Sportler bei dieser Meisterschaft so nebenbei leisten mussten, ist vielen nicht bekannt. Zum Glück hatte die Stadt für diese Veranstaltung den oberen Parkplatz reservieren lassen, damit gab es sichere Parkplätze und keine langen Wege. Dem besagten Sportler blieb nach einem anstrengenden Wettkampftag nichts anderes übrig als im Hotel die Räder des Rollstuhls abzumontieren, den Rollstuhl rutschend ins Zimmer zu manövrieren, die Räder wieder zu montieren, sich wieder in den Rollstuhl zu hiefen. Damit war er erstmal im Zimmer und konnte sich fortbewegen. Muß er nun auf die Toilette, so beginnt die gleiche Prozedur von vorne. Und was tun, wenn das Bad so klein ist, dass da gar kein Rollstuhl reinpasst? Und, und, und? Und am morgen steht er strahlend in der Halle und freut sich auf den neuen Wettkampftag, der noch heißer wird als der Freitag.


So eine Meisterschaft hinterlässt viele Eindrücke. Positiv bleibt die Ausrichtung und der Ausrichter, war man doch bei Freunden und herzlich aufgenommen, und für Leib und Wohl bestens gesorgt. Es gab viel Lob für den VSG und seine Helfer. Mit einem guten Essen startete das Abendprogramm. Die Tombola sorgte für angenehme Überraschungen, ehe die Herrenriege des 1. FC Bauschlott mit einem lustigen Sketch die Lachmuskeln forderte. Musikalisch durch den Abend führte DJ Uwe Amtmann. Teddy Östreicher, Beauftragter des DBS für Hallenboccia in der Abteilung Nationale Spiele und Bernhard Kurz, Vizepräsident Breitensport des Badischen Behindertensportverbandes und Dr. Günter Gauß, Oberbürgermeisterstellvertreter der Stadt Bretten nahmen die Siegerehrung vor. Der VSG hatte für jede Mannschaft einen schönen Pokal, der von Dr. Gauß überreicht wurde.

Der Deutsche Meister im Hallenboccia 2016 ist der BRS Gersweiler 1, gefolgt von BVSV Regensburg, VSG Gelsenkirchen, BSG Hemsbach, VSV Straubing, BRS Gersweiler 2, BSV Frankenthal, BVS Weiden, AC Weinheim, BSG Mettmann, BSSV Köthen, VSG Stadthaben, BSV Pirmasens, SG Einheit Arnstadt, Rhinos Wiesbaden, ZGS Berlin, VSG Bretten.

Am sommerlichen Abendhimmel rundeten die Brettener Feuerbälle mit ihren beeindruckenden Darbietungen eine gelungene Veranstaltung ab.


Die Mannschaftsführerin der VSG Bretten möchte sich auch nochmal bei allen teilnehmenden Teams bedanken. Es war ein unbeschreibliches Gefühl und eine große Ehre für uns gegen die Besten der Besten zu spielen. Auch wenn wir leider die letzen geworden sind und ich ehrlich gesagt fast Tränen in den Augen hatte, ich werde lange an diese Deutsche Meisterschaft denken und an die lehrreichen Gespräche. Nochmals vielen Dank!


Daneben sollten wir auch unsere Helferinnen und Helfer nicht vergessen, die im Hintergrund so toll Hand in Hand gearbeitet haben. Vielen Dank, ohne euch wäre dies alles nicht möglich gewesen. Ebenso nochmals vielen Dank an die Nachwuchsgymnastinnen der Rhythmischen Sportgymnastik des TV Bretten, dem DJ Uwe Amtmann, dem 1. FC Bauschlott und die Brettener Feuerbälle.